Jahrbuch 2001   (   www.Friderichs.com   )      Heimatforscher und Heraldiker

 

Alle Gemeinden des Kreises besitzen jetzt ein eigenes Wappen

 Ortsgemeinde Kliding

Der Kreis, die Verbandsgemeinden, die Städte und die Ortsgemeinden im Kreis Cochem-Zell besitzen jetzt alle ein eigenes Wappen als Symbol ihrer Eigenständigkeit, Rechtspersönlichkeit oder der Individualität, sie dokumentieren anschaulich Geschichte und Tradition. Im Frühjahr 2001 werden alle Wappen des Kreises Cochem-Zell farbig in einem Buch mit der Ortsgeschichte, mit der ersten urkundlichen Erwähnung, der Beschreibung und Begründung veröffentlicht. Jede Subskription wird namentlich erwähnt. Vorzugspreis bis 31.12.2000.

 25 Städte, Verbands und Ortsgemeinden besaßen bereits ein Wappen vor 1979. Einige Ortsgemeinden erhielten ein neues Wappen bei der Zusammenlegung mit der Nachbargemeinde, so auch der Kreis bei der Zusammenlegung von Cochem mit Zell. In den Kreisjahrbüchern Cochem-Zell von 1994 und 1995 wurden die genehmigten Kommunalwappen von 1979 bis 1995 farbig vorgestellt. Über 60 kommunale Wappen wurden vom Heimatforscher und Heraldiker Alfons Friderichs aus Zell entworfen; so auch das letzte Ortswappen für die Gemeinde Kliding.

 Im Januar 1999 wurde Friderichs beauftragt, zwei Vorschläge für ein Wappen der Ortsgemeinde Kliding vorzulegen. In seiner Sitzung am 31.1.1999 entschied sich der Gemeinderat für den zweiten Vorschlag mit Änderungen, der dann vom LHA Koblenz abgelehnt wurde. Der neue Vorschlag vom LHA Koblenz mit dem Trierer und dem Stubener Kreuz fand im Gemeinderat keine Zustimmung. Ein weiterer Vorschlag wurde vom Gemeinderat in der Sitzung vom 31. Aug. 1999 gebilligt.

 Am 19.10.1999 erhielt die Gemeinde Kliding die Genehmigungsurkunde von Landrat Dr. Klaus P. Balthasar.


Wappenbesehreibung:

 Über grün/Silber gespaltener erniedrigter Spitze, darin vorn ein silbernes Mühlrad, hinten ein schwarzes Hufeisen, gespalten von Silber und Grün, vom ein grüner Eichelzweig mit vier Blättern und zwei Eicheln hinten ein silbernes Patriarchenkreuz.

 

  Wappenbegründung:

Das Eichenlaub erinnert an den Gerichtsstandort: Ein Eichenbaum wurde hier vor 350           Jahren gepflanzt; er wurde am 25.2.1989 zum Naturdenkmal erhoben.

 

 

Das Doppelkreuz ist das Symbol des Klosters Stuben (b. Bremm und Neef/Mosel). Das Kloster war die Patronatskirche von Kliding und Urschmitt; beide Orte unterstanden bereits 1454 diesem Kloster. 1489 wurde Kliding zur Einhaltung des Stubener Sendweistums ermahnt.

Das Mühlenrad weist auf die beiden Mühlen im Ort, die urkundlich von 1454‑1761 genannt und vom Kloster Stuben verpachtet wurden.

Das Hufeisen steht für die Entstehungsgeschichte der Gemeinde als Rodungsort und landwirtschaftlicher Gutshof. Der Ortsname stammt aus dem Treverischen: "Clydank" = Geschützter Ort, der erstmalig 1360 urkundlich erwähnt wird.

 Geschichtliches:

 „Cledanc“ als Lehngut

Im ganzen Mittelalter wird Kliding immer in Verbindung mit der Nachbargemeinde Urschmitt und kirchlich mit dem Kloster Stuben genannt. Die älteste Erwähnung dürfte die Aufzeichnung aus dem Jahre 1360 sein, wo der Ort als ein Lehnsgut der Witwe des Dietrich,

 Herrn zu Ulmen, bezeichnet wird. 1373 finden wir die Bezeichnung "Cledanc" wieder.

 Bei der großen Visitation zu Beginn der Regierungszeit des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Jakob III. von Eltz (1567 bis 1581) erfahren wir, dass "Cledinck" Filiale der Pfarrei Kloster Stuben ist. Gleichzeitig wird auch "Orschmydt" genannt, mit dem es bis zum 19. Jahrhundert eine Gemeinde bildete. Der Kollator der Gemeinden Neef, Kliding und Urschmitt war das Minoriten Kloster zu Merl. Im Jahre 1770 wurde Urschmitt selbstständige Pfarrei. Bei der Visitation des Jahres 1777 wird Johann Matthias Gerhards als erster Pfarrer genannt. Er war bis 1794 dort Seelsorger.  

 Das alte Gotteshaus war im Jahre 1737 geweiht worden zu Ehren des heiligen Quirinus. Ein Jahrhundert später drohte das Gewölbe einzustürzen. Weil alle Instandsetzungsarbeiten ohne Erfolg blieben, brach man 1859 das Kirchlein ab. In den Jahren 1861/62 erbaute man nach den Plänen des königlichen Baumeisters Hermann Nebel ein neues Gotteshaus, aber schon 1863 wurden die Bauarbeiten bemängelt, und 1865 zeigten sich die ersten Risse. 1869 erst wurde das Kirchlein seiner Bestimmung übergeben. Baumeister Schneider aus Alf erbaute im Jahre 1904 den Kirchturm. Schutzpatron der heutigen Kirche und der Gemeinde Kliding ist der heilige Wendelinus, dessen Fest die katholische Kirche am 22. Oktober begeht.

 "Klitting", das im Mittelalter zum Hochgericht Lutzerath gehörte, war ein Teil des Besitztums des Klosters Stuben, dem ursprünglich auch das Kollationsrecht zustand. Die Äbtissin also ernannte den Vikarius, der den Gottesdienst versah. Die Einwohnerzahl der über 500 Hektar umfassenden Gemeinde betrug nach ihrer Trennung von der Gemeinde Urschmitt im Jahre 1849 241; sank dann bis zum Jahre 1871 auf 199, um 1905 und auch 1939 auf 253 anzusteigen. Im Jahre 1950 erreichte man mit 264 Einwohnern den damals höchsten Stand.

 Einwohnerzahlen bzw. Feuerstellen:

 1563 = 36 Feuerstellen f. Kliding u. Urschmitt

1684 = 17 Feuerstellen f. Kliding u. Urschmitt

Nach dem Eingreifen der Schweden und den französischen Raubkriegen bis 1684. 1843 wanderte Peter Martin Jacobs aus Klinding nach Amerika aus. 1850 ist in Kliding ein Anwachsen der Einwohner auf 209 Personen zu verzeichnen.

Am 30.6.1999 waren es 241.